Kategorie-Archiv: Hörbuch

Jetzt gibt’s was auf die Ohren: “Puccini”!

Heute war ich in der Lauscherlounge in Berlin-Kreuzberg, wo die wunderbare Tanja Fornaro und der famose Oliver Rohrbeck meine Erzählung “Puccini” eingesprochen haben. Darüber freue ich mich sehr. Es ist ein wirklich schönes Gefühl, wenn die eigene Geschichte zu einem Hörbuch gemacht wird. Und Tanja, Oli und ich – wir hatten jede Menge Spaß. 🙂

“Puccini” ist eine lustige rasante Geschichte: Caro, Mitte 30, ist auf der Suche nach dem Sinn IMG_7714und treibt ziellos durch ihr Leben. Um über die Runden zu kommen, jobbt sie im “Puccini” als Hilfskellnerin. Das italienische Lokal wird von Klaus (einem Schwaben) geführt, das vorzügliche Essen von Shankar, Sharma und Shiva (aus Sri Lanka) zubereitet und von den schwulen Kellnern Diego (einem Argentinier) und Adriano (dem Alibi-Italiener) serviert. Caro lernt richtig Bier zu zapfen, anständigen Service zu “machen” und fehlerlos abzukassieren. Eines Tages ist der berühmte Schriftsteller Ingo Schulze zu Gast im “Puccini”. Durch diese Begegnung erhält Caro einen besonderen Impuls und…

Doch ich will nicht zu viel verraten. In Kürze erscheint “Puccini” und wer will kann dann selber hören. Dank Tanja und Oli ist es ein wahrer Hörgenuss geworden, der die Lachmuskeln strapaziert. 🙂

Ein herzliches Dankeschön auch an Dirk Wilhelm in der Technik und an Lisa Laux, die über die Aufahmearbeiten einen Videoclip gedreht hat, den ich hier, sobald dieser fertig geschnitten ist, präsentieren werde.

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Mein Hörbuch “Später! wird das Leben schön”

Jetzt endlich ist meine Geschichte Später! wird das Leben schön als Hörbuch erschienen. Weil es eine sehr persönliche Geschichte ist, habe ich mich dazu entschieden, das Hörbuch selbst zu einzusprechen. Das Ergebnis ist hier zu finden.

Ich war 13 und fuhr mit meinen Eltern im Juli 1977 wie jedes Jahr in den Sommerurlaub in Richtung Bulgarien. Da mein Vater Bulgare war, erhielten wir die Sondergenehmigung, über das blockfreie Jugoslawien reisen und nicht wie sonst durch das damals sehr triste und trostlose Rumänien. Dieses Mal war es aber unser Ziel, von Jugoslawien nach Österreich zu flüchten. Wir fuhren zu einem Grenzübergang, der Ende der 70er Jahre als “locker” galt. Tatsächlich war der Beamte am Checkpoint so sehr mit einem österreichischem Kleinbus beschäftigt, dass er unseren Wartburg zunächst einfach durchwinkte. Mein Vater fuhr langsam durch die Grenzanlagen. Doch nach ein paar Metern schrie der Grenzer plötzlich: “Stopp!” Andere Grenzbeamte schrien ebenfalls und rannten mit Gewehren hinter unserem Auto her. Meine Mutter rief: “Gib Gas!” Ich duckte mich. Wir sausten durch die Grenzanlagen, hinein ins Niemandsland, rüber nach Österreich – in die Freiheit!

Und plötzlich war ich ein Flüchtling: entwurzelt, heimatlos, fremd, ohne jedes Hab und Gut. In Später! wird das Leben schön erzähle ich erstmals schonungslos offen die Geschichte meines Wechsels von Ost nach West. Wie fühlt es sich an, aus dem gewohnten Leben gerissen zu werden, plötzlich ein Flüchtling in der Fremde zu sein und alles verloren zu haben? Was macht es mit einer, wenn sie in dem neuen Leben im Westen nicht richtig ankommen kann, weil sie das alte im Osten nicht loslässt? In meinem Fall brach sich das verdrängte Trauma des Heimatverlustes und der Entwurzelung in einer langjährigen Suchterkrankung Bahn. Doch irgendwann gelang es mir, mich den schmerzlichen Erfahrungen zu stellen und mir der verschütteten Gefühle bewusst zu werden. Auf die äußere Freiheit folgte die innere: Der Ausbruch aus dem Teufelskreis von Sucht und Verzweiflung. So kam ich schließlich doch noch richtig an: bei mir selbst.

3fdae0bf16208195bd638099be6be35dUnsere Flucht habe ich ausführlich in meinem Familienroman Der bulgarische Arzt beschrieben. Sie zählt zu den wichtigsten Erfahrungen meines Lebens. Verglichen mit einer Flucht übers Mittelmeer erscheint sie mir heute allerdings als mühelos. Aufgrund dieser “Grenzerfahrung”, die ich als 13-Jährige gemacht habe, bin ich unbedingt der Ansicht, dass wir unsere Herzen und Häuser für die Flüchtlinge offen halten sollten. Wir haben in dieser globalen Notlage keine andere Wahl, als zu helfen. Weil es ein Gebot der Menschlichkeit ist. Weil alles mit allem zusammenhängt. Weil wir das Feld nicht den Lieblosen überlassen dürfen. Weil wir trotz allem die Möglichkeit haben, immer wieder neu nach Lösungen zu suchen.

 

Später! wird das Leben schön, ISBN-13: 9783945703519,  Verlag X-PUB audio, Leipzig 2016. Erstmals veröffentlicht wurde die Geschichte in: “Ein Spaziergang war es nicht. Kindheiten zwischen Ost und West”, hrsg. von Anna Schädlich und Susanne Schädlich, Heyne Verlag 2012.

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